Senioren Servicedienste Köln e. V. – Kölner FriedhofsMobil


Kölner Stadtanzeiger: Fahrdienst für Friedhofsbesucher

erstellt am: 24.01.2020 | Kategorie(n): Presse

Kölner Verein bietet seinen kostenlosen Service nun auch für Pulheimer Senioren an

Für viele ältere Menschen ist es mühsam, für einige fast unmöglich, die Gräber ihrer lieben Verstorbenen zu besuchen. Vor allem dann, wenn sie im Speckgürtel von Köln leben, der verstorbene Partner aber auf einem Friedhof in der Domstadt liegt.

Für sie hat der Geyener Josef F. Terfrüchte, Vorsitzender des Vereins „Senioren Servicedienste Köln“, eine gute Nachricht. Das Friedhofsmobil macht neuerdings auch Halt in Pulheim. „Wir begleiten Senioren aus Brauweiler, Dansweiler, Geyen, Orr, Pulheim, Sinnersdorf und Sinthern zum Friedhof.“ Das habe der Verein, in seiner Januar-Besprechung beschlossen. Ihm gehören 40 Mitgliedsbetriebe der Genossenschaft Kölner Friedhofsgärtner an.

Ein zweites Fahrzeug, das seit dem 1. Oktober über die Straße der Domstadt rollt, macht es möglich. „Wir konnten den Renault Kangoo Z.E., einen Elektro- Transporter, kaufen, da uns die Rundschau-Altenhilfe »Die gute Tat«, die Stadt Köln, Kölner Unternehmer, aber auch Bürger mit Spenden unterstützt haben“, sagt der 69-Jährige. So sei ein fünfstelliger Betrag zusammengekommen. Mit Spenden finanziert der Verein auch die Gehälter der Fahrer sowie den Treibstoff, Strom, die Versicherungen und die Wartungen der Friedhofsmobile.

Das zweite Fahrzeug – das andere ist seit April 2002 in Köln im Einsatz – hat der Verein angeschafft, um die Wartezeiten für die Senioren zu verkürzen. Inzwischen sei das Friedhofsmobil so gefragt, dass Senioren bis zu sechs Wochen auf einen Termin warten müssten. „Nun sind es zwei bis drei Wochen“, sagt Josef F. Terfrüchte, der das bislang in Deutschland einzigartige Von- Tür-zu-Tür-Angebot ins Leben gerufen hat. Zugleich sei es nun möglich, Senioren aus dem Speckgürtel von Köln den Besuch eines Kölner Friedhofs zu ermöglichen.„Wir hatten immer wieder Anfragen von Bürgern aus Pulheim, bislang mussten wir sie leider abweisen.“

An drei Tagen pro Woche begleiten Fahrer Godehard Bettels und Josephine Dau am Steuer eines der Friedhofsmobile, die Fahrgäste aus Pulheim nach Köln. „Montags fahren sie nach Esch, Pesch, Chorweiler, Volkhoven- Weiler und auf den Nordfriedhof. Mittwochs oder freitags fahren sie nach Melaten, Müngersdorf, Weiden, Junkersdorf, Lövenich, auf den Jüdischen, den West-Friedhof oder – nach Vereinbarung – auf andere.“

Josef F. Terfrüchte hat Fahrerin Josephine Dau (34) unter 57 Bewerbern ausgewählt.Vier Monate habe das Bewerbungsverfahren gedauert. „Sie hat mich überzeugt, weil sie durch eine frühere Tätigkeit in einem Seniorenheim Kontakt zu älteren Menschen hatte. In drei Gesprächen hat sie mir vermittelt, dass sie die richtige für den Job ist.“ In der Endrunde mit drei Bewerbern habe der gesamte Vorstand entschieden, dass sie die Stelle erhalte.

Terfrüchte: „Ich freue mich, dass es uns gelungen ist, das zweite Friedhofsmobil zu kaufen. Ein Friedhofsbesuch kann ein heilsamer Abschied sein und dabei helfen, die Trauer zu bewältigen.“