Senioren Servicedienste Köln e. V. – Kölner FriedhofsMobil


Kölner Rundschau: Mit leisem Surren über die Wege

erstellt am: 09.11.2019 | Kategorie(n): Presse

Der Verein „Kölner Friedhofsmobil“ hat mit Unterstützung der Altenhilfe ein elektrisches Fahrzeug erhalten.

Es ist jetzt ganz leise, ganz rücksichtsvoll, wenn das neue Friedhofsmobil der Senioren Servicedienste Köln die Friedhöfe befährt, wie an diesem Tag auf Melaten. Man hört es kaum, nur ein leises Surren und das Knirschen der Reifen auf dem Kies ist zu vernehmen. Das neue Mobil, mitfinanziert von der Rundschau- Altenhilfe, ist mit neuer Technologie unterwegs.

Es fährt elektrisch. Seit gut fünf Wochen ist das zweite Fahrzeug der Kölner Friedhofsmobile unterwegs. Auch das andere, das vor wenigen Jahren ebenfalls mit Unterstützung der Altenhilfe angeschafft werden konnte, ist ein Renault Kangoo, aber eben einer mit konventionellem Antrieb. „Wir wollten umweltfreundlicher sein“, begründete Josef F. Terfrüchte, Vorsitzender des Trägervereins „Senioren Servicedienste Köln“, das Ansinnen, auf ein E-Auto umzusteigen. Und es hat auch ganz praktische Vorteile. Die Ruhe auf den Friedhöfen werde noch weniger gestört als vorher. Und nun könnten mehr Ältere, die das Grab ihrer Angehörigen besuchen möchten, aber öffentliche Verkehrsmittel nicht nutzen können, zu den Friedhöfen gelangen. Deshalb gibt es seit Oktober auch einen zweiten Fahrer. Am Steuer des E-Mobils sitzt heute der Fahrer der ersten Stunde: Godehard Bettels. Während der Verweildauer am Grab, die eine halbe Stunde nicht überschreiten sollte, hält er sich stets diskret zurück – oder packt mit an, wenn es gewünscht wird. Auch in seinem neuen Auto hat er für diese Fälle alles dabei – einen Besen, eine kleine Harke, einen Eimer, was man für die Grabpflege halt so braucht. Allerdings hätten die meisten seiner bisherigen Fahrgäste den E-Antrieb noch gar nicht bemerkt. Nur er hätte sich etwas umstellen müssen. „Offenbar hören manche Fußgänger das Auto nicht kommen, da muss man schon aufpassen.“ Rund 200 Kilometer legt ein Friedhofsmobil am Tag so zurück. Und das ist in etwa auch die Reichweite, die der E-Kangoo schafft, bevor er für die Nacht wieder an die Steckdose muss. Es genügt, aber Bettels hat schon stets ein wachsames Auge auf der Batterieanzeige. Das Friedhofsmobil ist gefragt. Über 1600 Fahrten werden jährlich absolviert. Und einen Termin zu bekommen, kann mitunter dauern. Jetzt, mit dem zweiten Fahrzeug, soll sich die Wartezeit aber spürbar verkürzen. Wichtig war Terfrüchte, dass die Fahrzeuge auch die Friedhofswege befahren dürfen. Alles andere mache ja keinen Sinn. „Die Nutzer sind über 90 Prozent Frauen, der Altersdurchschnitt liegt bei 82,9 Jahren alt, die kann man nicht am Eingang zum Friedhof abladen.“